Elchinger Lions übergeben Präsidentenstab in Padua

Sieben Elchinger Lions und ihre Partner machten sich am 25. Juni – früh um 5. 30 h mit dem Zug auf nach Padua, der wunderschönen Stadt der Fresken mit der altehrwürdigen Universität. Bei der Ankunft mussten wir erst einmal tief durchatmen, als wir aus dem wohltemperierten Zug auf den Bahnsteig traten, die schwüle Hitze traf uns ziemlich unvermittelt. Aber wir gewöhnten uns schnell an Sonne und Hitze und genossen die vier Tage in vollen Zügen.

Unser Hotel lag sehr zentral, sodass wir alles gut fußläufig erreichen konnten. Nach einem ersten Bummel durch die Stadt machten wir eine Pause im berühmtesten Café der Stadt, dem Café Pedrocchi, das nicht nur sehr leckere Törtchen und Kaffee zu bieten hatte, sondern im oberen Stockwerk ein sehr interessantes Museum  beherbergt, das wir nach Stärkung interessiert anschauten.Nach einer kurzen Erholungspause im Hotel trafen wir uns zum Essen im „Agli Eremitani“, in dem es nicht nur Augsburger Riegele Bier gab, sondern auch hervorragendes Essen und leckeren Wein. Am Sonntag fanden wir uns schon früh am Museum  „Eremitani“ ein und bewunderten die „Capella degli Scrovegni“. Danach ging es mit unserer sehr eloquenten Führerin Lorella durch die Stadt, die uns viel über die Geschichte Paduas erzählte. Erschöpft machten wir vor dem Duomo in einer netten Bar eine kleine Mittagspause, in der endlich der berühmte Aperol Sprizz und leckeres italienisches Essen genossen wurde. Dann aber ging es schnellen Schrittes durch das berühmte Ghetto zur weltberühmten Basilika „St. Antonio“, die dem Vatikan gehört. Nicht alle von uns konnten sich mit dem Prunk dieser wunderschönen Basilika letztendlich anfreunden.Bevor wir uns mit 2 Großraumtaxis zum eigentlich Grund unserer Reise – nämlich der Übergabe des Präsidentenstabs von Dr. Uwe Knorr an Dr. Dorothee Hock -  aufmachten, konnten wir uns noch kurz im Hotel erfrischen.

Die Fahrt zum Castello „il Catajo“ dauerte ca. 30 Minuten. Das Castello liegt wunderschön, umgeben von Wald, einem herrlichen Park und Weinreben. Es sieht von außen zwar unscheinbar aus, aber was für herrliche Fresken verbergen sich im Inneren! Sie sind ca. 500 Jahre alt und auf Grund der Trockenheit nahezu unversehrt, wir konnten nur staunen!Dann aber, endlich! In dem wunderschönen Park wurde der Champagner ausgepackt, Dr. Knorr übergab den Stab mit einer kleinen Ansprache an Dr. Hock, die sich auf ihr Präsidentenjahr freut und den Stab gerne übernahm. Die Sektgläser klirrten zwar nicht, aber dennoch schmecke der Champagner hervorragend.Aber jetzt nagte der Hunger! Nur wenige hundert Meter vom Park entfernt liegt das Weingut der Familie Salvan, in dem wir bereits von „Giorgio“ empfangen wurden. Er sprach hervorragend Deutsch, weil er einige Zeit in Deutschland gelebt hatte. Er zeigte uns seine Weinreben, er baut 90 % Rotwein an und erzählte auch von den Sorgen der Weinbauern mit dem Wetter und den Schädlingen.Im Inneren einer offenen Halle hatte er eine lange Tafel für uns gedeckt – wir kamen uns vor wie im Film! Die Weinprobe begann mit einem Prosecco und endete nach vielen Sorten Rotwein mit einem spitzigen Weißwein. Wir wurden verwöhnt mit Brot, Speck von der Schweinebacke, Melone mit Parmaschinken, Salami, Brot, Nudelsalat, Büffelmozzarella, Parmesan und zum Abschluss süßen Keksen. Gesättigt und voller Wein und der guten Nachricht, dass Deutschland bei der EM über die Slowakei gesiegt hatte, verabschiedeten wir uns herzlich von unserem Gastgeber und seiner Frau und wurden mit dem Taxi zum Hotel gebracht. Ein langer herrlicher Tag ging zu Ende.

Am Montag ließe wir es etwas ruhiger angehen, aber wir erlebten das nächste Highlight der Reise, nämlich eine Führung in der Universität „il Bo“, die im Jahr 1222 gegründet wurde. Ehrfürchtig nahmen wir im Hörsaal Platz (bitte nicht auf die roten Sessel setzen!) und verfolgten den spannenden Vortrag der Führerin, wer in diesem erlauchten Saal studiert und gelehrt hat. Vorbei am Pult des Galileo Galilei, auf dem der kleine Mann stand, um vor mindestens 3000 Zuhörern zu sprechen, konnten wir im berühmten Doktorsaal Platz nehmen, in dem die früheren Doktoranten ihre Dissertation erlebten, um dann mit einem Loorbeerkranz geschmückt mit einem Doktortitel nach Hause gehen zu dürfen.Nächster Höhepunkt der Führung war der sich dem Doktorsaal anschließende  Anatomiesaal, in dem die Leichen bei Kerzenlicht seziert wurden und die Studenten, in Reih und Glied, so eng stehend, dass sie bei der sicher katastrophalen Luft nicht umfallen konnten, der Sezierung zuschauen konnten. Fast waren wir froh, wieder an die frische Luft gehen zu können. Der weitere Tag war zur freien Verfügung – es wurde viel gekauft und in den Bars gesessen. Gegen 14 h ging ein wahrer Regensturm auf Padua nieder, aber wir ließen uns nicht abhalten, dennoch weiter durch die schöne Stadt zu schlendern.Um 18 h war Fußball auf dem Markplatz angesagt, auch die „Nichtfußballfans“ waren beim Public Viewing dabei – wenn es daneben einen Sprizz zu genießen gibt und man mit Freunden zusammen sitzt, macht das richtig Spaß.Rechtzeitig gegen 20 h war das Fußballspiel mit einem Sieg der Italiener beendet. Wir wunderten uns, dass die Begeisterung nicht größer war. Wir wurden schon im sehr italienischen Lokal „Dal Capo“ mit einem typischen italienischen Essen erwartet, es wurde wieder ein sehr vergnüglicher Abend. Vor dem Lokal wurde uns noch ein Grappa oder Limoncello spendiert, danach bummelten wir durch die laue Nacht zurück zu unserem Hotel.

Huch, am Morgen mussten wir ja schon abreisen – hatten wir uns doch so schön an die Hitze und die wunderbare Stadt gewöhnt. Einige reisten nach Venedig ab, andere machten sich auf den Nachhauseweg mit dem PKW, wir Zugfahrer besuchten noch den Botanischen Garten und dann schnell noch einkaufen – leckere Salami, Wurst, Brot, Obst und Süßes für die Heimfahrt.Glücklich und traurig zugleich ließen wir uns erschöpft in die Sessel des Zugs fallen, der uns (leider schon) nach Hause zurück brachte. Wir waren uns einig, es war eine aufregende Reise unter guten Freunden, auf der viel gelacht wurde. Dank an unsere neue Präsidentin Dorothee und an unsere „Rita“, die die Reise perfekt organisiert haben.

Viola Lachenmann