Besichtigung der Münsterbauhütte am 2. Mai 2011

Unser Lionsfreund Andreas Böhm lud uns zur Besichtigung und zur „fränkischen Brotzeit“ ein um sich und seine Tätigkeit vorzustellen. Um 19.00 Uhr trafen wir uns in der gemütlichen Bauhütte. Teilnehmer: Matthias Englisch, René Fink, Rita Gnann, Hans-Uwe Knorr, Dorothee Hock, Viola Lachenmann, Melanie Mangold, Gerti Zeller, Günther Stussak und Gast: Frank Jüttner. 

Nach kurzer Begrüßung und Vorstellung führte uns Andreas gerade noch bei Tageslicht durch ein nördliches Seitenportal durch das „Schiff“ des Münsters zunächst in eine große Kammer, in welcher zahlreich Duplikate verschiedenster Figuren eingelagert sind. So zum Beispiel der „heilige Otmar“. 

Er erzählte uns viel über die verschiedenen Gesteinsarten. So war die Rede von Riffschaumkalk aus Kehlheim, Schilfsandstein, Steigerwald-Quarzid, Schlaitdorfer und Obernkirchner Sandstein. Spätestens hierbei wurde uns allen klar, dass Andreas ein absoluter Spezialist für diese Materie ist. Nicht umsonst wurde Andreas von 25 Bewerbern als Chef der Münsterbauhütte ausgewählt. 

Er kam aus dem elterlichen Betrieb 2005 aus dem „Fränkischen“ nach Ulm. Damals war die Renovierung des südlichen Chorturmes schon in vollem Gange. Dort führte uns Andreas schließlich hin. Über die eindrucksvolle „Bühne“ über dem Hauptschiff ging es zunächst in die „Christus-Kammer“, einer Art Abstellkammer mit einem Modell des sogenannten „Fischerkastens“, wieder einmal mit einer Abbildung des heiligen Otmars, dem die Nase fehlte und der eindrucksvollen Christusfigur. Alles sehr eindrucksvoll. Auf dem Weg zu dieser Christuskammer konnten wir über eine Art Guckloch unseren Blick in das Hauptschiff hinunter schweifen lassen. 

Über die enge Wendeltreppe erreichten wir schließlich das 65 Meter hohe Plateau des südlichen Chorturmes. Über uns der mächtige, fast weiße Turmhelm. Alleine für diesen Teil seien 10000 Kubikmeter Sandstein über einen Zeitraum von zwölf Jahren verbaut worden. Vom Plateau aus hatte man einen wunderschönen, abendlichen Blick über die Stadt und hinüber zum Hauptturm. Dorthin begaben wir uns, wieder unter dem Dach hinüber über das Hauptschiff zum Glockenturm. 

Aus nächster Nähe konnten wir die Glocken anschauen. So zum Beispiel die „Schwörglocke“ , wo uns ein Glockenschlag aufschreckte, obwohl wir ihn erwartet hatten. Zur Renovierung mussten diese Glocken durch runde Öffnungen innerhalb des Turmes hinuntergelassen werden. Andreas erzählte uns hierbei, dass er und ein Mitarbeiter zum Glück nochmals nachgemessen hatten und rechtzeitig die Öffnungen für das herablassen vergrößerten. 

Schließlich berichtete er dann auf eindrucksvolle Weise in seiner Werkstatt vom „Kunst des Aufmaßes“ und wie das alles funktioniert. Aber auch von Hightech- Methoden wie der Laserreinigung und von der „Hydrophobierung“. Dass die Steinmetze ein eigenes Gesetz haben, der Bernhardregel wusste vor unserer Führung durch Andreas auch keiner und wenn ein Stein zu Bruch geht gibt es eine „Beerdigung“. 

Was danach kam, hat uns alle so begeistert wie die Führung selbst. Der reichhaltig gedeckte Tisch mit fränkischen Spezialitäten und fränkischem „Boxbeutel-Wein“ und echtem Steinmetzbier. 

Herzlichen Dank Andreas für diesen tollen Abend! 

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